Moritz von Schwind
Meister der Spätromantik
Gemälde, Zeichnungen, Graphik
"Moritz von Schwind (1804 - 1871) gilt als der Hauptmeister der Spätromantik.
Bereits zu Lebzeiten
wurde seine poetisch-erzählerische und von feinem Humor bestimmte Kunst als
beeindruckende
Leistung der Malerei des 19. Jahrhunderts geschätzt. So beklagte Ludwig Richter beim Tode
des
Meisters "das wehmütige Ausklingen einer großen, herrlichen Kunstepoche".
Schwinds Werk weist
eine erstaunliche Vielseitigkeit auf, die von monumentalen Fresken bis zu populären
Illustrationsfolgen, Karikaturen und Bilderbögen reicht. Charakteristisch für Schwind
ist die
Polarität seines Erfindungsreichtums. Poesie und Prosa stehen bestimmend nebeneinander.
Thematische Anregungen schöpft der Künstler vorwiegend aus literarischen Motiven, aus
Sagen und
Legenden, Opernstoffen, Ritterszenen und Märchen sowie aus der romantischen Dichtung
eines
Eichendorff, E. T. A. Hoffmann oder Eduard Mörike.
Aus Anlaß ihres 150jährigen Jubiläums zeigte die Karlsruher Kunsthalle, deren
Treppenhaus und
Ausstellungssäle der junge Schwind mit Fresken ausschmückte, die erste umfassende
Überschau
über das Gesamtwerk des Künstlers in unserem Jahrhundert. Das Museum der bildenden
Künste in
Leipzig übernimmt diese Exposition in abgewandelter Form. Ein Hauptwerk des Künstlers,
"Der
Falkensteiner Ritt", 1843/44 entstanden, befindet sich seit 1882 im Besitz des
Leipziger Museums.
Zugehörige Zeichnungen aus Darmstadt, München und Leipzig geben eindrucksvoll Einblick
in die
Genese dieses herausragenden Werkes deutscher Romantik. Mit dem großformatigen Gemälde
"Die
Rose" (1846/47) aus dem Besitz der Berliner Nationalgalerie kann der Ausstellung ein
weiterer
Höhepunkt hinzugefügt werden. Gemälde wie "Rübezahl" oder "Das Märchen
vom Aschenbrödel"
gestalten nicht nur die deutsche Märchen und Sagenwelt, sondern sind ebenso wie
"Abschied im
Morgengrauen" oder "Der Geigenspieler am Fenster" Ausdruck romantischen
Fühlens und Denkens.
Dominierend sind in der Ausstellung Schwinds Entwürfe für die Fresken zum Sängerkrieg
oder dem
Leben der hl. Elisabeth auf der Wartburg bei Eisenach sowie die Studien für das
Treppenhaus der
Karlsruher Kunsthalle oder die Ausmalung der Wiener Hofoper. 1837 erhielt Moritz von
Schwind
das Angebot zur Ausmalung des Musikpavillons im Park des Herrenhauses Rüdigsdorf bei
Kohren-Sahlis mit einem Freskenzyklus nach Motiven des antiken Märchens von Amor und
Psyche.
In der Ausstellung werden die Entwürfe Schwinds neben denen des Leipzigers Gustav Adolph
Hennig
(1797 - 1869) gezeigt. Der Leipziger Jurist Heinrich Wilhelm Leberecht Crusius, Sohn eines
Verlegers und Buchhändlers, hatte ursprünglich Hennig mit den Fresken beauftragt, jedoch
später
Schwind mit der Ausführung betraut. Leipzigspezifisch sind auch Schwinds Entwürfe für
einen
Aschenbrödelzyklus für den Ballsaal im ehemaligen "Römischen Haus" in Leipzig
(um 1865) im
Auftrag von Dr. Georg Friederici, der aber niemals vollendet wurde. In der Leipziger
Ausstellung
werden 30 Gemälde und über 100 Zeichnungen und graphische Blätter das Werk Moritz von
Schwinds repräsentieren. Neben den Beständen des Leipziger Museums sind Leihgaben aus
den
Museen in Berlin, Darmstadt, Essen, Hamburg, Karlsruhe, Köln, München, Nürnberg,
Stuttgart,
Wien und Wuppertal sowie aus Privatbesitz, darunter Werke aus dem Besitz der Familie
Schwind, zu
sehen."
Aus: www.germangalleries.com/Museum_bildenden_Kuenste/vonSchwind.html
| Schloß Hohenschwangau Im 12. Jahrhundert durch die Edlen von Schwangau, Lehensträger der Welfen, als Burg Schwanstein erbaut. 1538 - 1547 nach den Plänen eines neapolitanischen Baumeisters neu errichtet. Nach teilweiser Zerstörung in den napoleanischen Kriegen 1832/36 unter Kronprinz Maximilian von Bayern durch Dominico Quaglio im neugotischen Stil wieder aufgebaut. Ausmalung der Säle mit Ritter- und Sagenstoffen nach Entwürfen von Moritz von Schwind. |
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