Zeit und Gesellschaft 

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Aufgaben

National-Enthusiasmus  (E)
Preussen
Roman Empire
Steffens Karl Friedrich Schinkel:  Mittelalterliche Stadt an einem Fluß
Das Lied der Deutschen  (G) H. v. Fallersleben  


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Walhalla
Im Auftrag von König Ludwig I. erbauter Tempel zur Ehren der Deutschen Ehre.
Foto copyright 1999 Whisnant
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Walhalla Innenraum
Foto Coyright 1999 Whisnant
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die Götzenburg
Jagsthausen
Walhalla
1830-1842 ließ der bayerische König Ludwig I. durch seinen Architekten Leo v. Klenze einen dorischen Peripteros auf dem Bräuberg bei Donaustauf, 100 m über der Donau, errichten.Nach dem Willen des Königs sollten in dem klassizistischen Tempel (Bauvorbild außen: Parthenon auf der Akropolis in Athen) die größten Persönlichkeiten »teutscher Zunge« aufgenommen werden.Bis heute sind 187 »rühmlichst ausgezeichnete Teutsche« (122 Büsten, 64 Gedenktafeln, 1 Vollplastik Ludwig I.) in dem Nationaldenkmal verewigt. Die Reihe der Größen beginnt mit Hermann dem Cherusker und endet vorerst mit Albert
Einstein.  Hervorragende Künstler, Bildhauer und Architekten wirkten an der Vollendung des Baudenkmals und den darin aufgestellten Bildwerken mit, so Johann Gottfried Schadow, Christian Daniel Rauch, Ludwig v. Schwanthaler oder Johann Martin Wagner.

Heinrich Steffens (1773 -1845) geborener Norweger, in Berlin gestorben, Philosoph und Naturforscher, Professor in Halle an der Saale, veröffentlichte 1840-44  in seinen autobiographischen Aufzeichnungen seine Erinnerungen über die Jahre der Französischen Revolution:  >>In den Kreisen, in welchen ich lebte, äußerte sich der National-Enthusiasmus, wie er aus den reinsten Quellen entsprang. . . . .   Ob es Preußen gelingen würde, sich noch einige Jahre durchzuwinden, war mir nicht klar, unddie tätige Gegenwart, in welcher ich lebte, was so heiter, daß sie die unbestimmt drohende Zukunft für mich verbarg.   Mein Haß gegen die Richtung, in welcher

Frankreich sich geistig ausgebildet hatte undpolitisch seine mit Vernichtung aller deutschen Nationalität drohende Gewalt entwickelte, was auf entschiedenste Weise ausgesprochen. . . . .    Diesen Haß gegen das französissche Volk verbarg ich nicht, ich äußerte ihn nicht allein in Gesprächen, sondern auch in meinen Vorträgen  heftig,ja einseitig. . . . .   Mir ward es von jetzt an, ich möchte sagen, ein Axiom meines bürgerlichen Lebens, das mir Heiligste, daß Deutschland im eminentesten Sinne nur durch den preußischen Staat als solchen gerettet werden könne. 
     Aus H. Steffens, Was ich erlebte, National-                Enthusiasmus, Die dte Lit. in Text und                Darstellung, Bd 8/I,183-187

                Deutsche Hymne
                     158 Jahre alt

          Der deutsche Dichter August Heinrich Hoffmann [1798 - 1874] schrieb so populäre Volksliedtexte wie >Alle Vögel sind schon da< . . . , aber er ist auch der Verfasser des Deutschland-Liedes.  Denn der Germanistik- professor in Breslau war ein sehr politischer Mensch.  Eigentlich war er bürgerlicher Herkunft, doch um die Adligen zu ärgern, nannte er sich Hoffmann von Fallersleben, nach dem kleinen Dorf bei Braunschweig, in dem er geboren [war].  [Heute ist das Dorf Fallerleben ein Teil von Wolfsburg.] 

      Während eines kurzen Urlaubs 1841 auf der damals englischen Insel Helgoland schrieb Hoffmann von Fallerleben das dreistrophige Lied mit dem Eingangsvers >Deutschland, Deutschland über alles<, das später zur Nationalhymne wird. Seit der Wiedervereinigung 1990 ist es wieder die Hymne für alle Deutschen. . . . .
        Das >Lied der Deutschen<, das nach der Melodie der Kaiserhymne von Joseph Haydn gesungen wird, war von Hoffmann als eine radikale Kritik an dem Egoismus der Fürsten und an der deutschen Kleinstaaterei gemeint.  Sein >Deutschland über alles< war die Forderung nach Zusammenschluß der zersplitterten Territorien.  [Man darf nicht vergessen , daß auch die Vereinigten

Staaten erst zwanzig Jahre später 1861 ihre eigene Einigkeit wird erkämpfen müssen. Whisnant]   Für diesen Ruf nach Einigkeit und sein fortschrittliches Engagement für Deutschland wurde Hoffmann seines Universitätsamtes enthoben und zum politischen Flüchtling.  Dem Lied blieb der Erfolg zunächst versagt, erst 1922 wurde es von Reichspresident Friedrich Ebert [SPD]  zur Nationalhymne erklärt.  Besonders die erste Strophe --mit den Versen  >Von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt<-- kam der nationalistischen Überheblichkeit der Hitler-Zeit entgegen.  >Recht< und >Freiheit< der dritten Strophe blieben damals auf der Strecke. . . . .<<
Aus dem Artikel  >>Deutsche Hymne 150 Jahre alt<< , anonym, DAAD Letter, 3/1991, 7

                                               Das Nibelungenlied als Nationalepos
                                                               von dessen Entdeckung 1755 in St. Gallen bis 1918:

        >>Es war reiner Zufall, daß die Entdeckung der Handschrift C des Nibelungenlieds durch den Lindauer Arzt Jacob Hermann Obereit im Jahr 1755 in eine Zeit fiel, in der im patriotisch-republikanisch gesinnten Geist der deutschsprachigen Intelligenzjia gerade die Übersetzungen von Macphersons Ossian-Dichtung, Mallets Übertragungen der Edda und Klopstocks sog. "Barditendichtung" begeistert aufgenommen wurden. Eine eigentliche Nationaldichtung wie das Rolandslied in Frankreich oder Shakespears Königsdramen in England gab es allerdings nicht. Immerhin spielten Homers Epen seit dem Humanismus eine nicht wegzudenkende Rolle in der deutschen Geistes- geschichte, die Germanenideologie war aber immer eine Angelegenheit einiger Gelehrter. Einer von ihnen, der Schweizer Johann Jacob Bodmer, gab bereits zwei Jahre nach dem Auffinden der Handschrift einen Teil als Druck heraus. Man ignorierte ihn mehr oder weniger. . . . .
        Epen waren wieder aus der Mode gekommen und dem herrschenden Geist der Aufklärung, der sich als fortschrittlich begriff, blieb der Recours aufs Mittelalter fremd. Bodmers Schüler Müller (oder Myller) suchte mit einigem kaufmännischen Instinkt höchste Protektion - beim aufgeklärt absolutistischen König von Preußen, Friedrich II. Der antwortete gallig: Ihr urteilt, viel zu vortheilhaft, von denen Gedichten, aus dem 12., 13. Und 14. Seculo, deren Druck Ihr befördert habet; und zur Bereicherung der Teutschen Sprache so brauchbar haltet. Meiner Einsicht nach, sind solche, nicht einen Schuß Pulver, werth; und verdienten nicht aus dem Staube der Vergessenheit, gezogen zu werden.            Auch die Geistesgrößen dieser Zeit, wie etwa Herder oder Goethe interessierten sich nicht wirklich für diese "Gedichte": Herder, der erklärte, zu den mittelhochdeutschen Epen habe ihm "Lust und Muße" gefehlt, und er habe "die wenigsten gelesen", und Goethe, der die Myllersche Ausgabe "roh", d.h. unaufgeschnitten, liegen ließ, denn er blieb, wie er gesteht, "so stumpf dagegen wie die übrige Welt".   Ein kleiner Teil der Welt war allerdings nicht ganz so verschlossen. Im Gegenteil. Am Hof des Landgrafs Friedrich II. von Hessen-Kassel, wo man die mittelalterliche Geschichte offenbar höher zu schätzen wußte, als im damaligen Berlin wurde der Schweizer Historiker und Bodmer-Schüler zum ersten Interpreten des Nibelungenlieds mit historischem Verständnis. Und der rechten Gesinnung: Aber das dürfen wir versichern, schrieb er 1786, daß, wenn der Nibelungen Lied nach Verdienst bearbeitet wird (...), auch unsere Nation (sic.!, der Mann war Schweizer) eine Probe wird aufstellen dürfen, wie weit es die Natur im Norden zu bringen vermochte. Und, drei Jahre später deutlicher: Der Nibelungen Lied könnte die Teutsche Ilias werden.<<

Aus dem Aufsatz von Stephanie Junkers und Dirk Puehl über die Rezeption des Nibelungenliedes.
Das Nibelungenlied als Nationalepos? Sommersemester 1998 bei Prof. Dr. Ernst Erich Metzner
,,Mythos und Geschichte: Deutsche und skandinavische Nibelungensage und -dichtung" http://www.hausarbeiten.de/

Die Auszüge, die hier erscheinen, haben mit der Zeit der Romantik zu tun.                                                                 Lese weiter in Niebelungenlied als Nationalepos?"