Carl Philipp Fohr-Ein frühvollendeter Meister der Romantik
Carl Philipp Fohr (1795-1818) gehört zu den bedeutendsten Künstlern der deutschen
Romantik. 22-jährig beim Baden im Tiber ertrunken, gilt Fohr heute als der Inbegriff des
'frühvollendeten' Künstlers. Sein kurzes, tragisches Leben erscheint geradezu als
Sinnbild für den stürmischen Aufbruch und die geistige Spannbreite der Generation der
deutschen Romantik.
Buch
Carl Philipp Fohr : 1795 - 1818 ; Aquarelle und Zeichnungen aus eigenem Bestand /
[Hrsg.: Landesmuseum Mainz.
Konzept und Bearb.: Norbert Suhr]. - Mainz, 1995. - S. 132 - 154 : Ill. - (Landesmuseum
Mainz, Graphische
Sammlung ; 7). - ISBN 3-9803605-5-5
Wo Carl Philipp Fohr begraben liegt
Der nichtkatholische Friedhof in Rom
führt die Welt zusammen
Aus Man könnte sich in den Tod verlieben: EIN
BILDBERICHT VON EUGEN REITER
Der ganze Artikel in http://www.bistumsblatt.paulinus.de/archiv/9744/report.htm
ist
sehr interessant.
Hier ein Auszug:
>>Draußen, an der Porta San Paolo vorbei, tobt der Verkehr. Alles was die Stadt Rom
in
Richtung Süden verläßt, drängelt sich durch den Engpaß zwischen dem alten Stadttor
und der
hochragenden Cestius-Pyramide.
Rush-our rund um die Uhr. Nur wenige Meter entfernt, hinter
einer wuchtigen Ziegelmauer, herrscht die Stille des ewigen Frieden.
Resurrecturis denen, die auferstehen werden lautet die
Widmung über dem mächtigen Tor,
das Einlaß gewährt in einen der, wie viele Kenner behaupten, schönsten und
stimmungsvollsten
Friedhöfe der Welt. Und dies, obwohl er doch einen eher lieblosen Namen trägt.
Cimitero
acattolico wird er genannt, der a-katholische Friedhof oder der
Friedhof der
Nichtkatholiken. Inzwischen hat sich auch in Rom die Bezeichnung Friedhof der
Ausländer
oder Friedhof der Protestanten eingebürgert, eigentlich unkorrekte Namen,
denn es sind
durchaus auch Italiener und vor allem viele orthodoxe Christen auf dem Gelände
beigesetzt.
Auch Deutscher oder Britischer wird der Friedhof genannt. Die
Geschichte des Friedhofs
sagt viel darüber aus, daß im päpstlichen Rom früherer Tage mit den
Ketzern, mit Menschen
eines anderen christlichen Bekenntnisses, nicht gerade zartfühlend umgegangen wurde. Da
es
verboten war, Nichtkatholiken in der geweihten Erde eines katholischen Friedhofs zu
bestatten,
wurden die Särge am Stadtrand, bei Nacht, im Fackelschein und unter Polizeischutz
verscharrt.
Die nächtliche Beisetzung erfolgte angeblich, um Belästigungen durch die römische
Bevölkerung,
die den Protestanten nicht wohlgesonnen war, zu vermeiden. Auch durften die Gräber nicht
mit
einem Denkmal oder einer Platte gekennzeichnet werden, so daß im wahrsten Sinne des
Wortes
schnell Gras über die Sache gewachsen war. Über den anonymen Gräbern
weidetendie Schafe.
Begründet wurde der Friedhof natürlich um das Jahr 16 vor Christus von dem Praetor Caius
Cestius Epulo.
. . . . . . .
Zu den besuchtesten Gräbern zählen die der beiden jungen englischen Dichter Keats und
Shelly.
Die Bitternis eines Menschen, der mit 26 Jahren an der Schwindsucht starb, drückt die
Inschrift
auf dem Grab von Keats aus: Hier liegt jemand, dessen Name ins Wasser geschrieben
ward.
Als eines der schönsten Grabmale gilt das des amerikanischen Bildhauers Story und seiner
Frau:
Über dem Grabsockel liegt ein trauernder Engel.
Seit 1921 wird der Friedhof von einem Generalkomitee verwaltet, das auch die Besitzrechte
an dem Gelände hat. Das Generalkomitee besteht vorrangig aus den Botschaftern
interessierter
Länder und spiegelt somit auch die Herkunft der inzwischen etwa 4 000 Toten wider.
Deutsche,
Briten, Schweden, Dänen, Griechen, Amerikaner und Russen sind vorrangig auf dem Gelände
bestattet. Aber auch einige Italiener erhielten die Erlaubnis, bei ihren ausländischen
oder nichtkatholischen
Verwandten beigesetzt zu werden. Einer der berühmtesten italienischen
Nichtkatholiken ist der
Mitbegründer der Kommunistischen Partei Italiens, Antonio Gramsci ( 1937). Unter
den deutschen
Namen auf den Grabplatten sind unter anderen zu finden Carl Philipp Fohr (
1818), Maler aus
dem Nazarenerkreis, Wilhelm Waiblinger ( 1830), aus Heilbronn stammender Dichter und
Freund
Hölderlins, der Architekt Gottfried Semper ( 1879), der die Dresdener Oper
entworfen hat,
Malwida von Meysenbug, die Freundin von Nietzsche und Wagner, oder die Kunstmäzenin
Henriette Herz ( 1913), die ihre umfangreiche Gemäldesammlung dem italienischen
Volk vermacht hatte.<<