Carl Blechen wurde vor 200 Jahren am 29. Juli 1798 in Cottbus geboren
und verstarb 1840 in Berlin.
Er war neben Caspar David Friedrich einer der bedeutendsten deutschen
Landschaftsmaler in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Schon 1913 begann die Stadt Cottbus auf Initiative des verdienstvollen Oberbürgermeisters Paul Werner, ihren großen Sohn mit der Anlage einer Sammlung von Gemälden, Zeichnungen und Grafiken zu würdigen. Bis 1942 war die Sammlung auf 67 Arbeiten angewachsen. Das Ende des 2. Weltkrieges brachte bis heute nicht überwndene Verluste, bis 1990 konnten nur zwei, aber wichtige Gemälde erworben werden. In den letzten drei Jahren wurde die Sammlung um zehn Werke erweitert.
Seit über fünfzig Jahren befindet sich die Blechen-Sammlung nun schon im Schloß Branitz - Eine gelungene Synthese von Landschaftsgarten und Landschaftsmalerei. Die Ausstellung in den restaurierten Räumen des Ostflügels geleitet den Besucher durch die Lebensreise von Carl Blechen. Drei prägnante Schaffensperioden des Künstlers werden verdeutlicht: Das Frühwerk, die Italienreise und die späteren Arbeiten. In einem weiteren Raum wird das grafische Werk Blechens präsentiert. Herausragende Gemälde des Frühwerkes sind die "Gebirgsschlucht im Winter" und der "Kreidefelsen auf Rügen", die zugleich auch auf den Spannungsbogen hinweisen, der Leben und Werk des Künstlers umschließt: Die winterliche Gebirgslandschaft ist noch ganz im Geiste der Romantik gehalten, der Kreidefelsen ist in Gestalt und Geist seiner Zeit um Jahrzehnte voraus.
1828/29 unternahm Blechen eine für ihn so wichtige Studienreise nach Italien. Unter dem Einfluß von Sonne und Licht gelangte er zu einer völlig neuen Seh- und Malweise. Er brachte Bilder mit, wie noch keiner vor ihm aus dem Land des Süden. Unsere Blechen-Werke aus Italien, zumeist Ölstudien, geben einen Querschnitt durch diese bedeutsame Werkgruppe, zu nennen sind besonders: "Grotte im Park der Villa d'Este", "Vorfrühling (Villa Borghese)" und "Sorrent".
Der letze Schaffenszyklus umfaßt die Zeit von 1830 bis 1835, auffallend ist das großformatige Gemälde "Heidelberger Schloß. Der zersprengte Turm". Wichtige Werkgruppen werden mit beispielhaften Bildern belegt: "Berggipfel im Harz", "Klostervorhof mit Reihern" und "Waldweg am Wasser". Die Cottbuser Sammlung umfaßte von Anbeginn an auch Werke von Zeitgenossen Blechens. Von seinen Künstlerkollegen sind u.a. Johan Clausen Dahl, Carl Steffeck und August Wilhelm Schirmer vertreten, von seinen Schülern werden Friedrich Elsasser, Carl Krüger und Eduard Schmidt vorgestellt. Ihre Gemälde werden erstmals wieder in diesem Zusammenhang und in diesem Umfang gezeigt.
http://www.europolis.com/ausstell/seiten/m0059_01.htm